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<title>Kalkmörtel</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Kalkmörtel</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Kalkmörtel</b> ist als <a href="Baustoff" title="Baustoff">Baustoff</a> eine Mischung aus <a href="Calciumhydroxid" title="Calciumhydroxid">gelöschtem Kalk</a> und <a href="Sand" title="Sand">Sand</a> und wird je nach Zusammensetzung in verschiedene <a href="M%C3%B6rtelgruppe" class="mw-redirect" title="Mörtelgruppe">Mörtelgruppen</a> (MG) eingeteilt.
</p><p>Dieser Artikel beschäftigt sich vornehmlich mit <b>Luftkalkmörtel</b> (kurz <b>Luftkalk</b>), bei dem die Erhärtung des Kalkes durch Bildung von kohlensaurem Kalk durch Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft erfolgt.<sup id="cite_ref-Mohammad_Nodoushani_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Mohammad_Nodoushani-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zu den Luftkalkmörteln gehören auch der <a href="Wei%C3%9Fkalk" class="mw-redirect" title="Weißkalk">Weiß-</a> und der <a href="Dolomitkalk" class="mw-redirect" title="Dolomitkalk">Dolomitkalk</a>. Weißkalk (CL, calcium lime, früher auch Speck- oder Fettkalk genannt) entsteht durch Brennen von möglichst reinem Kalkstein und besitzt meist eine Calciumoxidgehalt von etwa 94 %. Dolomitkalk (DL, dolomitic lime, auch wegen seiner grauen Farbe auch Graukalk genannt) entsteht durch Brennen von <a href="Dolomit_(Mineral)" title="Dolomit (Mineral)">Dolomit</a>. Er hat einen Magnesiumoxidgehalt von ≥ 10 % und ist schwach hydraulisch.<sup id="cite_ref-Roland_Benedix_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Roland_Benedix-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kalkmörtel mit hydraulischen Anteilen wie <a href="Puzzolane" title="Puzzolane">Puzzolanen</a> werden auch als <b>Wasserkalkmörtel</b> bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die Herstellung von Luftkalkmörtel ist schon seit frühester Zeit bekannt.<sup id="cite_ref-Mohammad_Nodoushani_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Mohammad_Nodoushani-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
In <a href="R%C3%BCdersdorf_bei_Berlin" title="Rüdersdorf bei Berlin">Rüdersdorf bei Berlin</a> (Landkreis Märkisch-Oderland) wird seit mehr als 200 Jahren Kalkmörtel in Handarbeit hergestellt.
Im Jahr 2016 wurde die traditionelle Herstellung von Kalkmörtel von der deutschen <a href="UNESCO" title="UNESCO">UNESCO</a>-Kommission in das <a href="Bundesweites_Verzeichnis_des_immateriellen_Kulturerbes" title="Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes">bundesweite Verzeichnis immateriellen Kulturerbes</a> aufgenommen.<sup id="cite_ref-rbb2016_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-rbb2016-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zusammensetzung">Zusammensetzung</h2></div>
<p>Verarbeitungsfähiger <i>Luftkalkmörtel</i> (MG 1) enthält gelöschten Kalk Ca(OH)<sub>2</sub>, <a href="Calciumhydroxid" title="Calciumhydroxid">Calciumhydroxid</a>; im Handel auch als Weiß<a href="Kalkhydrat" class="mw-redirect" title="Kalkhydrat">kalkhydrat</a>), der beim Abbinden in <a href="Calciumcarbonat" title="Calciumcarbonat">Calciumcarbonat</a> (CaCO<sub>3</sub>, <a href="Kalkstein" title="Kalkstein">Kalkstein</a>) umgesetzt wird.
</p><p>Wird der Begriff Kalkmörtel nicht weiter spezifiziert, ist meist ein <a href="Putzm%C3%B6rtel" class="mw-redirect" title="Putzmörtel">Putz-</a> oder <a href="Mauerm%C3%B6rtel" title="Mauermörtel">Mauermörtel</a> der Mörtelgruppe MG 2a „Kalkmörtel / <a href="Hydraulischer_M%C3%B6rtel" class="mw-redirect" title="Hydraulischer Mörtel">hydraulischer Mörtel</a>“ (<a href="Druckfestigkeit" title="Druckfestigkeit">Druckfestigkeit</a> 2,5 MN/m²) nach DIN 1053 (Mauerwerks-DIN) mit hydraulischen Bestandteilen und Kunstharz-Zusätzen gemeint.
</p><p>Schon die Zugabe einer geringen Menge des hydraulisch abbindenden <a href="Zement" title="Zement">Zementes</a> erhöht die Festigkeit von Kalkmörtel und verringert seine Elastizität.
Bei Zugabe von einem Raumteil <a href="Zement" title="Zement">Zement</a> zu zwei Raumteilen Kalk erhält man „<a href="Kalkzementm%C3%B6rtel" class="mw-redirect" title="Kalkzementmörtel">Kalkzementmörtel</a>“ (Gruppe MG 2b, bis 5 MN/m²).
</p><p><a href="Gips" title="Gips">Gips</a> wird in beliebigen Mengenverhältnissen mit Kalkputz vermischt, um zwischen den Eigenschaften beider Bindemittel zu vermitteln. Gips härtet deutlich schneller ab, so dass eine Oberflächenbearbeitung oft unmittelbar nach dem Auftragen möglich ist. Gips vergrößert beim Abbinden sein Volumen und kann so das <a href="Schwinden_(Beton)" title="Schwinden (Beton)">Schwinden</a> des Kalks beim Abbinden ausgleichen. Gips ist jedoch feuchteempfindlich und darf nicht in Bereichen mit aufsteigender oder kondensierender Feuchte eingesetzt werden (Keller, Sockel) oder im Außenbereich häufig von Schlagregen betroffen sein.
</p><p>Mörtel-Fertigmischungen enthalten heute meist Anteile von Kunstharz-<a href="Bindemittel" title="Bindemittel">Bindemitteln</a>, seltener auch <a href="Putz-_und_Mauerbinder" title="Putz- und Mauerbinder">Mauerbinder</a>.
</p><p>Insbesondere in der Denkmalpflege wird heute auch noch <i><a href="Hei%C3%9Fkalkm%C3%B6rtel" title="Heißkalkmörtel">Heißkalkmörtel</a></i> mit <a href="Branntkalk" class="mw-redirect" title="Branntkalk">Branntkalk</a> verwendet, der erst beim Anmischen des Mörtels ablöscht.
</p><p>Um eine rissfreie Oberfläche bei ungleichmäßigem oder problematischem Untergrund zu erreichen, wurde früher <i>Haarkalk</i> verwendet, dem Tierhaare zugesetzt waren. Haarkalk wurde auch über an die Unterseite von <a href="Holzbalkendecke" title="Holzbalkendecke">Holzbalkendecken</a> genagelte Trapezleisten gestrichen. Die dabei durch die Abstände zwischen den Leisten gedrückten Haare dienten als Putzträger für den anschließend an der Deckenunterseite aufgetragenen Putz.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Mauerm%C3%B6rtel" title="Mauermörtel">Mauermörtel</a> wird typischerweise aus einem Raumteil (RT) <a href="Baukalk" title="Baukalk">Baukalk</a> und drei Raumteilen <a href="Sand" title="Sand">Sand</a> hergestellt. Um Risse auszuschließen, werden <a href="Putzm%C3%B6rtel" class="mw-redirect" title="Putzmörtel">Putzmörteln</a> bis zu vier RT Sand beigemischt. In Sonderfällen, wie etwa bei sehr feinem Sand zur Herstellung von dünnschichtigem Schlämm-, Schweiß- oder Spachtelputz, können 2 Teile Sand ausreichen. Bei Verwendung von grobem Sand, etwa zur Herstellung von <a href="Haufwerksporig" class="mw-redirect" title="Haufwerksporig">haufwerksporigem</a> Mörtel, können demgegenüber auch bis zu fünf Teile Sand eingesetzt werden.
</p><p>Durch eine Erhöhung des Wasseranteils erhöht sich der Porenanteil des Putzes. Dies kann unter Umständen erwünscht sein. Es erhöht sich dadurch aber auch die Gefahr von Trocknungsrissen. Alternativ kann zur Erhöhung der <a href="Porosit%C3%A4t" title="Porosität">Porosität</a> <a href="Aluminium" title="Aluminium">Aluminiumpulver</a> beigemischt werden, das zur Bildung von <a href="Wasserstoff" title="Wasserstoff">Wasserstoff</a> führt.<sup id="cite_ref-Vitruv1_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Vitruv1-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Essigsaure_Tonerde" class="mw-redirect" title="Essigsaure Tonerde">Essigsaure Tonerde</a> kann beigemischt werden, um die Haftung von neuem Kalkmörtel auf alten Kalkputzuntergründen mit <a href="Sinterhaut" class="mw-redirect" title="Sinterhaut">Sinterhaut</a><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Baumit_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-Baumit-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
oder mit Salzbelastung<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zu verbessern. Verwendet wird typischerweise eine 1-prozentige Lösung, deren <a href="PH-Wert" title="PH-Wert">pH-Wert</a> etwa 4 beträgt.
</p><p>Pigmente können bis zu einem Anteil von 5 % zugesetzt werden. Eine größere Pigmentierung erfordert zusätzliches Bindemittel wie <a href="Kalkkasein" class="mw-redirect" title="Kalkkasein">Kalkkasein</a>. Nicht <i>kalkechte</i> Pigmente verblassen durch die alkalische Wirkung des <a href="Calciumhydroxid" title="Calciumhydroxid">Calciumhydroxids</a>.<sup id="cite_ref-kf5_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-kf5-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abbindevorgang">Abbindevorgang</h2></div>
<p>Nach Auftragen des breiigen, mit Wasser versetzten Mörtels bindet er allmählich ab. Die erste Verfestigung und Versteifung des Mörtels erfolgt relativ schnell, da der Untergrund (wie Steine) einen Teil des im Mörtel enthaltenen Wassers aufnehmen. Beim folgenden chemischen Erhärtungsprozess geht das Calciumhydroxid Ca(OH)<sub>2</sub> mit <a href="Kohlenstoffdioxid" title="Kohlenstoffdioxid">Kohlenstoffdioxid</a> CO<sub>2</sub> der Luft, welches mit Wasser zu Kohlensäure reagiert, zu <a href="Calciumcarbonat" title="Calciumcarbonat">Kalk</a> CaCO<sub>3</sub> über:<sup id="cite_ref-Roland_Benedix_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-Roland_Benedix-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<dl><dd><span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle {\ce {CO2 + H2O -> H2CO3}}}">
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<dd><small>(Teilreaktion des <i><a href="Technischer_Kalkkreislauf" title="Technischer Kalkkreislauf">technischen Kalkkreislaufs</a></i>)</small></dd></dl>
<p>Diesen für alle Luftkalke charakteristischen Erhärtungsvorgang bezeichnet man als <a href="Carbonatisierung_(Beton)" title="Carbonatisierung (Beton)">Carbonatisierung</a>.<sup id="cite_ref-Roland_Benedix_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-Roland_Benedix-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Luftkalkmörtel ohne hydraulische Bestandteile bindet also nur bei Zutritt des in der Luft enthaltenen Kohlendioxids ab. Solange frischer Kalkmörtel von einer Schicht Wasser bedeckt ist, kann er über längere Zeit gelagert werden, ohne auszuhärten.
</p><p>Zur Carbonatisierung ist andererseits auch die Anwesenheit von Wasser erforderlich, da es sich chemisch um eine <a href="Neutralisation_(Chemie)" title="Neutralisation (Chemie)">Neutralisation</a> handelt.<sup id="cite_ref-Roland_Benedix_2-3" class="reference"><a href="#cite_note-Roland_Benedix-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Trocknet der Mörtel aus, verlangsamt sich der Prozess des Abbindens, kommt jedoch nicht vollständig zum Erliegen, da in der Regel die <a href="Hygroskopie" title="Hygroskopie">Hygroskopie</a> des Mörtels und die Luftfeuchtigkeit ein Fortschreiten der Reaktion erlaubt.<sup id="cite_ref-Vitruv2_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-Vitruv2-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der vollständige Abschluss des Prozesses kann wegen des geringen Kohlendioxidgehalts der Luft viele Jahre dauern. Unter Umständen (zum Beispiel in tiefen Mauerfugen) benötigt die Carbonatisierung einige Jahre bis Jahrzehnte und verläuft auch dann nicht vollständig. Der Prozess kann durch wiederholtes Anfeuchten des Mörtels sowie die Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration in der Umgebungsluft beschleunigt werden. Früher war es üblich, nach dem Aufbringen von Kalkmörtel Holz-, Gas- oder Kohlefeuer im Gebäude zu entzünden.<sup id="cite_ref-Roland_Benedix_2-4" class="reference"><a href="#cite_note-Roland_Benedix-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In einigen besonders dicken Mauern alter Burgen ist der Mörtel teilweise heute noch nicht abgebunden. Das Abbinden verzögert sich insbesondere auch dadurch, dass sich auf der Oberfläche eine <a href="Transparenz_(Physik)" title="Transparenz (Physik)">transparente</a> <a href="Sinter" title="Sinter">Sinterschicht</a> von einigen <a href="Meter#Mikrometer" title="Meter">Mikrometern</a> Dicke bildet, die aus hochkristallinem, reinem <a href="Calcit" title="Calcit">Calcit</a> besteht, und die <a href="Diffusion" title="Diffusion">Diffusion</a> von CO<sub>2</sub> in das Innere, und daher das Auskarbonatisieren, behindert.
</p><p>Kalkmörtel sollte nicht bei Temperaturen von unter 5 °C verarbeitet werden.
</p><p>Die sich bildenden feinen, nadelartigen <a href="Kalkkristall" class="mw-redirect" title="Kalkkristall">Kalkkristalle</a> verzahnen sich mit dem zugemischten Sand. <a href="Gesteinsk%C3%B6rnung" title="Gesteinskörnung">Gesteinskörnungen</a> aus <a href="Kalkstein" title="Kalkstein">Kalkstein</a> oder <a href="Dolomit_(Gestein)" title="Dolomit (Gestein)">Dolomit</a> gehen mit den <a href="Calcit" title="Calcit">Calcit</a>-Kristallen des Mörtels auch eine chemische Bindung ein.
</p><p>Wenn der Mörtel zu schnell abtrocknet, spricht man vom <a href="Aufbrennen" title="Aufbrennen">Aufbrennen</a>. Der Mörtel härtet dann nicht ausreichend oder zu langsam aus. Meist zieht ein allzu saugfähiger Untergrund die Feuchtigkeit an sich. Um dies zu verhindern, sollte ein stark saugfähiger Untergrund ausreichend vorgenässt oder vorbehandelt werden (z. B. mit <a href="Tiefgrund" title="Tiefgrund">Tiefgrund</a>). Alternativ kann der bereits aufgetragene Putz durch mehrfaches Besprühen mit Wasser feucht gehalten werden. Auch feuchtigkeitsbindende Zusatzstoffe wie <a href="Zellulose" class="mw-redirect" title="Zellulose">Zellulose</a> verlangsamen den Wasserentzug und die Abtrocknung und verlängern die Zeit, in der die Mörtelöberfläche noch bearbeitet werden kann.
</p><p>Die aufgetragene Schichtdicke sollte in der Regel 2,5 cm nicht übersteigen und darf nicht größer als der drei- bis vierfache Durchmesser des <a href="Gr%C3%B6%C3%9Ftkorn" class="mw-redirect" title="Größtkorn">Größtkorns</a> sein, um ein Reißen zu vermeiden.<sup id="cite_ref-kf5_11-1" class="reference"><a href="#cite_note-kf5-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Eigenschaften_und_Verwendung">Eigenschaften und Verwendung</h2></div>
<p>Luftkalkmörtel ist weniger druckfest als hydraulisch abbindender Mörtel.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er eignet sich als <a href="Mauerm%C3%B6rtel" title="Mauermörtel">Mauermörtel</a>, wenn keine allzu hohe Druckfestigkeit benötigt wird. Allerdings ist zu beachten, dass die vollständige Karbonisierung in diesem Anwendungsfall viele Jahre dauern kann.<sup id="cite_ref-Paul_Ney_14-0" class="reference"><a href="#cite_note-Paul_Ney-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kalkmörtel (ohne Zementzusatz) wirken <a href="Feuchtigkeit" title="Feuchtigkeit">feuchtigkeitsregulierend</a> und werden seit Jahrhunderten als <a href="Putz_(Werkstoff)" class="mw-redirect" title="Putz (Werkstoff)">Innenputz</a> eingesetzt.<sup id="cite_ref-Michael_Balak,_Anton_Pech_15-0" class="reference"><a href="#cite_note-Michael_Balak,_Anton_Pech-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Je nach Ausgangsmaterial erreichen Kalkputze einen höheren <a href="Wei%C3%9Fgrad" title="Weißgrad">Weißgrad</a> als andere Wandputze. Ein Beispiel ist der Weißstuckputz, der aus einem Weißkalkmörtel durch Zugabe von geeignetem Stuckgips und Marmormehl hergestellt wird.<sup id="cite_ref-Jochen_Stark,_Bernd_Wicht_16-0" class="reference"><a href="#cite_note-Jochen_Stark,_Bernd_Wicht-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Oberflächenstruktur hängt weniger von der Putzart, sondern von der Menge und Korngröße bzw. -form der Zuschläge und zugesetzten Pigmente, sowie von der Art des Auftragens und der Bearbeitung ab.<sup id="cite_ref-Alexander_Reichel,_Anette_Hochberg,_Christine_Köpke_17-0" class="reference"><a href="#cite_note-Alexander_Reichel,_Anette_Hochberg,_Christine_Köpke-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Gerold_Engist_18-0" class="reference"><a href="#cite_note-Gerold_Engist-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Kalkpresstechnik" title="Kalkpresstechnik">Geglätteter Kalkputz</a> hat oft eine schimmernde, samtige Oberfläche.
</p><p>Neben den raumklimatischen Vorteilen haben Kalkputze und -mörtel gegenüber Zementputzen auch noch ökologische Vorteile. Das bei der Herstellung von <a href="Branntkalk" class="mw-redirect" title="Branntkalk">Branntkalk</a> aus Kalkstein ausgetriebene CO<sub>2</sub> wird beim Abbindeprozess wieder aufgenommen. Bei Zementmörteln, die ebenfalls überwiegend aus Kalkstein hergestellt werden, findet keine CO<sub>2</sub>-Aufnahme statt. Bedeutende CO<sub>2</sub>-<a href="Emission_(Umwelt)" title="Emission (Umwelt)">Emissionen</a> entstehen meist auch bei der Erzeugung der Prozesswärme zum Brennen des Kalksteins.<sup id="cite_ref-Gerold_Engist_18-1" class="reference"><a href="#cite_note-Gerold_Engist-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Normen_und_Standards">Normen und Standards</h2></div>
<ul><li>DIN 1053 – Mauerwerk</li>
<li>DIN 18550 – Putz und Putzsysteme</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>H. Künzel, G. Riedl: <i>Werk-Trockenmörtel. Kalkputze in der Denkmalpflege.</i> In: <i>Bautenschutz und Bausanierung</i>, 2/1996.</li>
<li>Wilhelm Michaelis d. Ä.: <cite style="font-style:italic">Der Kalkmörtel</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Zentralblatt_der_Bauverwaltung" title="Zentralblatt der Bauverwaltung">Zentralblatt der Bauverwaltung</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>17</span>, 1908, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>120–122</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.zlb.de/viewer/image/14688302_1908/139/">zlb.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kalkm%C3%B6rtel&rft.atitle=Der+Kalkm%C3%B6rtel&rft.au=Wilhelm+Michaelis+d.+%C3%84.&rft.date=1908&rft.genre=journal&rft.issue=17&rft.jtitle=Zentralblatt+der+Bauverwaltung&rft.pages=120-122" style="display:none"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Lime_mortar?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Kalkmörtel</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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</li>
<li id="cite_note-rbb2016-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-rbb2016_4-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20161220104537/http://www.rbb-online.de/kultur/beitrag/2016/12/brandenburg-maerkisch-oderland-kalkmoertel-als-unesco-kulturerbe.html"><i>UNESCO erklärt Rüdersdorfer Kalkmörtel zum Kulturerbe</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 20. Dezember 2016 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>). In: <a href="Rundfunk_Berlin-Brandenburg" title="Rundfunk Berlin-Brandenburg">RBB</a> Online, 9. Dezember 2016.</span>
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<li id="cite_note-Alexander_Reichel,_Anette_Hochberg,_Christine_Köpke-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Alexander_Reichel,_Anette_Hochberg,_Christine_Köpke_17-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Alexander Reichel, Anette Hochberg, Christine Köpke: <cite style="font-style:italic">Putze, Farben, Beschichtungen</cite>. Institut für Internationale Architektur-Dokumentation, 2012, ISBN 978-3-95553-032-7, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>55</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=CVvTAAAAQBAJ&pg=PA55#v=onepage">eingeschränkte Vorschau</a> in der Google-Buchsuche).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kalkm%C3%B6rtel&rft.au=Alexander+Reichel%2C+Anette+Hochberg%2C+Christine+K%C3%B6pke&rft.btitle=Putze%2C+Farben%2C+Beschichtungen&rft.date=2012&rft.genre=book&rft.isbn=9783955530327&rft.pages=55&rft.pub=Institut+f%C3%BCr+Internationale+Architektur-Dokumentation" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-Gerold_Engist-18"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Gerold_Engist_18-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Gerold_Engist_18-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Gerold Engist: <cite style="font-style:italic">Die Kalkputz-Lüge: Wohngesunden Kalkputz erkennen</cite>. BoD – Books on Demand, 2020, ISBN 978-3-7504-7437-6, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>32–36</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.com/books?id=kqnMDwAAQBAJ&newbks=0&printsec=frontcover&pg=PA36&hl=de">books.google.com</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Kalkm%C3%B6rtel&rft.au=Gerold+Engist&rft.btitle=Die+Kalkputz-L%C3%BCge%3A+Wohngesunden+Kalkputz+erkennen&rft.date=2020&rft.genre=book&rft.isbn=9783750474376&rft.pages=32-36&rft.pub=BoD+-+Books+on+Demand" style="display:none"> </span></span>
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